Meister Seidels Praxistipp

Gott gebe, dass es klebe!

Text: Torsten Seidel | Foto (Header): © very_ulissa – stock.adobe.com

Die Redaktion hat Post bekommen. Ein Paket mit Bauklebern der Firma MEM aus dem schönen Leer in Ostfriesland. Was tun damit? Natürlich testen. Doch wer muss so viel kleben? Einstimmiger Entschluss: Unser BauMeister Seidel. Gesagt, getan. Kurzerhand haben wir Herrn Seidel das Paket zukommen lassen, der die Baukleber für uns getestet hat. Seine Ergebnisse lesen Sie hier.

Auszug aus:

Cover Januar 2017

DER HAUSMEISTER
Praxis – Technik – Sicherheit – Recht
Ausgabe Januar 2017
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Das Redaktionsteam von „Der Hausmeister“ hat mir über einige Mittelsmänner der Organisation zur Verschiebung geheimer Warensendungen (DHL) in den Norden von Deutschland ein Paket zugespielt. Das Eintreffen des Pakets wurde mir vorher telefonisch angekündigt. Trotzdem war Vorsicht geboten!

 

Die Analyse

Als das verdächtige Paket eintraf und ich es öffnete, ergab die Analyse meiner bildhübschen Ehefrau und Hobbychemikerin: Klebstoffe der Firma MEM (stand zumindest auf dem Etikett). Die Firma hat es sich zur Aufgabe gemacht, Problemlösungen zu schaffen, wo es um Bauwerkserhaltung, Sanierung und Spezialaufgaben zum Thema Abdichtung gegen Wasser geht.

Der Auftrag

Da die Firma nach gründlicher Internetrecherche für mich einen seriösen Eindruck machte, entschloss ich mich, den Auftrag anzunehmen, der da hieß: Materialverwendungstest. Mir fiel dieser Auftrag umso leichter, da ich bekennender Freund des Kaltschweißens bin. Bei meiner Recherche über die Firma MEM fand ich heraus: Es gibt zwar keinen MEM-Kleber für alles, aber es gibt für alles einen MEM-Kleber.

 

Die Testprodukte

Die zur Verfügung gestellten Klebstoffe waren:

  • MEM Kleben Plus Weiß GreenTec,

eine lösemittelfreie Kleb- und Dichtmasse. Laut Hersteller haftet sie exzellent auf vielen Materialien, auch zum Abdichten von Dachrinnen oder Fugen im Mauerwerk. Also auch etwas für diejenigen, denen das Löten nicht liegt.

  • MEM Kleben Plus Kristallklar GreenTec,

ein transparent aushärtender Kleber. Ideal, um Glas zu verkleben oder andere Teile, bei denen ein transparenter Kleber die Optik verbessert.

  • MEM Kleben Plus Metall GreenTec,

ein Kleber in Metalloptik und somit ideal, um metallische Oberflächen zu verarbeiten. Als Letztes der Oberhammer:

  • MEM Montagekleber Mega Power GreenTec.

Dieser Kleber hat laut Hersteller nach nur einer Minute eine Anfangshaftung von bis zu 270 kg pro m² und eine Endfestigkeit von 370 kg pro 10 cm². Genau das Richtige, um meinen Atomschutzbunker zu vollenden. Vielleicht klebe ich auch den X5 von meinem Nachbarn in der Einfahrt damit fest, mal sehen …

 

Die Testphase

1. Etappe: Waschtisch

Frau Seidel hat mich überredet, den X5 aus dem Spiel zu lassen, und die Sache mit dem Atomschutzbunker hat wohl noch Zeit. Die vergangenen 25 Jahre haben wir ja auch keinen gebraucht.

Stattdessen wollte sie gerne unser Badezimmer vollendet wissen. Da stand nämlich immer noch ein selbst gebauter Waschtisch in Fragmenten herum, weil ich noch nicht so genau wusste, wie ich das Ding aufstellen und befestigen soll.

Jetzt habe ich die Füße mit dem Montagekleber Mega Power in der Mitte am Fußboden angeklebt und außen herum mit dem Kristallklar versiegelt. Der Waschtischaufsatz wurde ebenfalls mit dem Kristallklar Kleber angeklebt und versiegelt. Da die Holzstämme mit Hartwachsöl behandelt sind, war ich zunächst etwas skeptisch, aber was soll ich sagen – es hält! Und sieht auch noch super aus.

2. Etappe: Fugen

Mit dem Kleben Plus Weiß zum Kleben, Dichten und Füllen habe ich schließlich ein paar Fugen in der Deckenverkleidung des Bads verschlossen. Da der Kleber für innen und außen geeignet und überstreichbar ist, probierte ich es einfach mal aus. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

3. Etappe: Pferdetransporter

Als letzter Kleber wurde der Kleben Plus Metall zur Reparatur unseres betagten Pferdetransporters getestet. Teile der Seitenwände leiden an Lochfraß. Um die Löcher zu verschließen, habe ich mir Riffel-Alu besorgt und mit reichlich MEM Kleber auf die Schadstellen geklebt. Die Fugen konnte man auch sehr hübsch damit abdichten. Sieht aus, wie gewollt …

Seidels Langzeit-Belastungstest wird jetzt zeigen, ob die Kaltschweißmittel von Herrn Johann Memmen das halten, was ich mir davon verspreche.

Ich verabschiede mich jedenfalls mit verklebten Fingern.

Euer Torsten

Der Autor

Torsten Seidel
ist gelernter Installateur und Heizungsbaumeister. Bis vor Kurzem hatte er einen eigenen Betrieb für Heizungsbau und Hausmeisterservice. Heute unterrichtet er hauptberuflich an einem Berufsbildungszentrum in Schleswig-Holstein als Fachpraxislehrer und bildet angehende Anlagenmechaniker SHK (Sanitär – Heizung – Klima) aus.

Torsten Seidel

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