Erste-Hilfe-Maßnahmen

Der kluge Mann sorgt vor

Text: Andrea Burghardt | Foto (Header): © WavebreakmediaMicro – Fotolia.com

Kleinere und auch größere Reparaturen erledigen viele Hausmeister meist auf die Schnelle selbst. Hier was bohren, da was hämmern – schon ist das Werkzeug ausgerutscht und ein Unfall vorprogrammiert. Wir haben für Sie zusammengefasst, was in einem solchen Fall zu tun ist und wie Sie Unfälle von vornherein vermeiden können.

Auszug aus:

Cover April 2018

DER HAUSMEISTER
Praxis – Technik – Sicherheit – Recht
Ausgabe April 2018
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Dass Hausmeister wahre Multitalente sind, ist kein großes Geheimnis. Bohren, sägen, hämmern gehören ebenso zu ihrem Alltag wie Gartenarbeit, Bürotätigkeiten und vieles mehr.

Sie jagen oft von einer „Baustelle“ zur nächsten, denn jeder Einzelne möchte sein Anliegen sofort erledigt wissen. Aber trotz ständigen Zeitmangels sollte man die Gefahren gerade bei handwerklichen Arbeiten nicht unterschätzen. Denn eine mangelnde Vorbereitung, Hektik oder das falsche Werkzeug sind Risikofaktoren, die mit Unfällen und Verletzungen enden können.

 

Tipps zur Unfallvermeidung

Passende Schutzkleidung verwenden

Die richtige Schutzbekleidung variiert je nach Tätigkeit. Klassischerweise gehören zur Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) Schutzbrille, Atemschutz, Gehörschutz und Schutzhandschuhe. Achten Sie außerdem auf lockere Ärmel und lange Haare. Festes Schuhwerk ist ebenso eine Selbstverständlichkeit wie lange Hosen.

Geräte auf Sicherheit prüfen

Sind Kabel und Stecker intakt? Liegt das Stromkabel auch nicht im Weg? Haben Sie alle Geräte zur Hand, die Sie benötigen? Haben Sie die passende Unterlage gewählt? Ist das Wetter für die geplante Tätigkeit angemessen? Steht die Leiter wirklich sicher? Wichtige Fragen, die es vor Arbeitsbeginn zu überprüfen gilt.

Auf die Körperhaltung achten

Halten Sie Geräte mit beiden Händen und führen Sie diese immer vom Körper weg. Vermeiden Sie unbequeme Arbeitspositionen,damit Sie nicht vorschnell ermüden.

Zeit nehmen

Obwohl die ersten drei Tipps für die meisten Hausmeister wahrscheinlich nichts Neues sind, verzichten trotzdem viele auf diese Sicherheitsmaßnahmen. Grund dafür ist hauptsächlich der permanente Zeitmangel und die Überlegung, dass es bis jetzt doch auch immer gut ging. Vielleicht wird es wirklich weiterhin gut gehen, vielleicht aber auch nicht. Nehmen Sie sich deshalb die Zeit, hetzen Sie sich nicht, und lassen Sie sich auch nicht hetzen. Morgen ist auch noch ein Tag!

 

Unfall – was tun?

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen passieren Unfälle. Aber nicht bei allen Verletzungen muss sofort der Notarzt gerufen werden. Im Ernstfall können schon ein paar kleine Kniffe helfen. So empfiehlt es sich z. B., stets einen gut sortierten Erste-Hilfe-Koffer griffbereit zu halten.

Kühlung als erste Maßnahme

Trifft ein Hammer statt des Nagels den Daumen, muss der Finger erst einmal gekühlt werden. Kühlen führt zur Gefäßverengung und verhindert eine allzu starke Schwellung. Am besten und schnellsten ist dafür kaltes, fließendes Wasser geeignet. Dieses ist auch das erste Mittel bei Platz- und Schnittwunden, denn durch die Gefäßverengung wird die Blutung schnell gestoppt und die Wunde gleichzeitig gereinigt.

Auch bei Beulen und Quetschungen ist zunächst einmal Kühlung angesagt. Hierbei bieten sich z. B. ein Kühlkissen oder ein einfacher Eisbeutel an. Achten Sie jedoch darauf, den Beutel nicht direkt auf die Wunde zu legen, sondern erst in ein Tuch einzuwickeln.

Notwendiger Arztbesuch

Nachdem sich die größte Aufregung gelegt hat, die Wunden gereinigt sind und die Blutung gestoppt ist, sollte man nicht sofort die nächste Arbeit in Angriff nehmen, sondern sich die Zeit nehmen, auf seinen Körper zu hören.

Kribbeln beispielsweise die Bereiche um die Wunde herum oder fühlen sie sich taub an, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass ein Nerv verletzt ist. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden. Lassen die Schmerzen auch nach geraumer Zeit nicht nach oder nehmen sogar zu, könnte das auf einen Bruch hindeuten. Auch hier ist ein Arztbesuch ratsam. Bei Verletzungen an der Wirbelsäule, die mit starken Schmerzen einhergehen, sollte unverzüglich der Notarzt gerufen werden.

Schnelle ärztliche Hilfe ist ebenso notwendig, wenn ein Finger oder ein Teil des Fingers abgeschnitten wurde. In diesem Fall sollte die Blutung erst einmal mit einem Druckverband gestoppt werden. Den Finger bitte nicht abwaschen, sondern trocken in eine saubere Plastiktüte stecken. Diese wird schließlich in eine weitere Tüte mit Eiswasser gelegt. Auf keinen Fall darf der Finger direkt mit dem Eis in Berührung kommen, um Erfrierungen zu vermeiden.

In diesem Sinne: Hals- und Beinbruch!
Andrea Burghardt

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